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Ist das Bondage

ODER KANN DAS WEG?

Als Künstler ist es mir ein grosses Anliegen, dass Shibari mehr Beachtung findet - ohne es dabei zu verwässern, anzupassen oder zu verzerren. Es ist weder Yoga, noch Kampfsport und ein erotischer Bezug ist nur schwer zu leugnen. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass Shibari seinen Platz in unserer Gesellschaft verdient hat - sowohl auf der Bühne, als auch zu Hause. In einer immer schneller und lauter werdenden Zeit bietet uns das Spiel mit dem Seil eine Fülle an Möglichkeiten uns zu entschleunigen und uns Zeit zu nehmen, einander zu zu hören.

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Was ist Shibari?

JAPANISCH 縛り


Das Wort Shibari wird wörtlich mit "Binden" oder "Fesseln" übersetzt und bezeichnet die Japanische Art der erotischen Seil-Bondage. Optisch wird diese durch ihre atemberaubende Ästhetik und die Fülle an künstlerischen Einflüssen geprägt. Diese stammen aus dem Hojo-Jutsu (einer Kampfsportart), der Malerei, dem Kabuki-Theater und vielen anderen kulturellen Quellen des Landes. Synonym wird manchmal auch die Bezeichnung Kinbaku verwendet, die neben der Technik noch auf die emotionalen Aspekte Bezug nimmt.

Auch wenn die Wurzeln weit bis in die finstere Sengoku-Periode des Landes zurück reichen, ist das moderne Shibari erst Anfang des letzten Jahrhunderts zu voller Blüte gelangt. Zu den Urvätern zählt allen voran der Illustrator und Fotograf Seiu Itoh, aber auch die Macher des Magazins Kitanclub, die der Japanischen Bondage in den 70er Jahren einen regelrechten Boom beschert haben.

Meine ganz persönliche Auffassung führt weit über die bloße Immobilisierung einer Person hinaus. Shibari bildet für mich einen zentralen Pfeiler meines emotionalen Austausches und der nonverbalen Kommunikation. Der Kontext in dem ich durch die Seile spreche, ist so abwechslungsreich wie mein Leben selbst und muss nicht immer ein erotischer sein. Das Seil ist dabei ein Werkzeug, mit dessen Hilfe ich mich zentriere und ganz auf meinen Partner fokussiere um uns eine wunderbare Auszeit vom Alltag zu schenken. In meinem Unterricht gebe ich diese Bereicherung an meine Schüler weiter - auf der Bühne möchte ich inspirieren und zur Akzeptanz dieser Kunst beitragen.

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